‚Pfeils Garten‘ – Geschichte der Senfmühle

OLYMPUS DIGITAL CAMERADie Senfmühle wurde um 1864 durch den Kaufmann Carl Georg Pfeil aus Kemberg erbaut. Dieser erwarb das Lubaster Grundstück, auf dem zuvor infolge von Misswirtschaft eines Sägemüllers aller schlagbarer Wald abgeholzt und nicht wieder aufgeforstet worden war.

P1150538Basierend auf einem ganzheitlichen Konzept wandelte Pfeil das devastierte Grundstück in einen Waldgarten um und veredelte und vermarktete die Produkte in der Region.

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Aus der Chronik des Hauses:

Auf dem Lubaster Grundstück wurde unter Mitwirkung der Diemitzer Gärtnerei eine Art Garten mit einer Naturhecke mit Beeren und andern Obst angelegt, vermutlich Aufforstungen vorgenommen, eine Fichtenhecke zur Abgrenzung nach dem öffentlichen Fahrwege zu gesetzt und ein Haus mit Küche, Aufenthaltsraum und im Dachwerk einen Schlafraum gebaut. Außerdem entstand eine Scheune mit Pferdestall und mit Einlagerungsmöglichkeit für Kernobst. Hinter der Scheune war ein pferdebetriebenes Göpelwerk, welches eine Senfmühle in Gang setzte.

pferdegoepel-1024-x-719In einer Talsenke wurde ein massives Hühnerhaus errichtet, jedoch wurde das Halten von Hühnern wegen der zu groß gewordenen Verluste durch Raubtiere oder wegen anderer Unzuträglichkeiten nach einiger Zeit wieder eingestellt.

Bild4Auf dem Grundstück entsprang eine Quelle, ein ganz bescheidenes Bächlein speiste einige kleinere Teiche und das Wasser versickerte dann im letzten Teich, in welchem Fische gehalten wurden. Carl Georg Pfeil legte in einem für den Ort Kemberg ganz ansehnlichem Ausmaße Spargelanlagen an (wahrscheinlich die ersten in Kemberg überhaupt) und war auch sonst ein in jeglicher Hinsicht recht rührig und erfindungsreich. … Ein Tonvorkommen auf diesem Lubaster Grundstück … diente dem Handtöpfermeister Thiele in Lubast als Rohstoffquelle und er zahlte für jede Pferdefuhre Ton, die er holte (wie es sicher schon viele Jahrzehnte zurückreichend gehandhabt wurde) eine Anerkennungsgebühr von 0,10 Mark.“


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so könnte es ausgesehen haben…


Nach 1945 ging der Hof ins sozialistische Volkseigentum über, diente bis 1989 als Ferien- und Naherholungseinrichtung „Landschulheim Lubast“ und war eines der ersten Schullandheime in der DDR.

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